Allrounder und Auf-jeder-Hochzeit-Tänzer

„Wie, sie können nicht alles? Andere machen das doch auch!“ Alles? Können? Nein, damit kann ich wahrlich nicht dienen.

Ich weiß es gibt sie, die Allrounder und Universellen, die Hausmeister und Einer-für-Alles-Handwerker. Ich meine nicht die großen Dienstleister, die für sie eine ganze Armee an Spezialisten bereit halten. Quasi für jedes Gewerk den richtigen Mann, der je nach Qualifikation nur Wände bestreicht, Bodenbeläge verlegt oder Nasszellen fliest. Nein, gemeint sind Einzelunternehmer oder kleine Handwerksbetriebe, deren Leistungsportfolio länger ist als ihre Referenzliste.

Man behauptet von sich gewerkübergreifend operieren zu können und ihnen alle Leistungen „aus einer Hand“ zu bieten. Sollte man doch mal ein Gewerk nicht abdecken können, bietet man ihnen großzügig das Management des gesamten Bauvorhabens an. Man kann ja alles. An dem bisschen Bauleitung soll es nun auch nicht mehr scheitern. Tatsache, oft genug erlebt!

Schweifen wir etwas ab und nehmen an, jemand arbeitet seit 15 Jahren gern und mit Interesse in einer Parfümerie. Dann ist er vermutlich in der Lage, jedes Duftwässerchen selbst bei leichtem Gegenwind zu identifizieren. Klar, man hatte ja genügend Zeit sich zu spezialisieren. Die Kollegin (oder der Kollege, ganz wie sie wollen) dieser Fachkraft ist Springer, muss ständig wechseln. Heute Metzgereitheke, morgen Unterwäscheabteilung und übermorgen zu den Haushaltswaren. So geht das über Jahre, heute hier morgen dort.

Ihnen schwant natürlich schon, worauf ich hinaus will. Die Kollegin (oder eben der Kollege, sie haben sich ja bereits entschieden) wird in der Regel von allem ein bisschen können, aber nichts richtig gut und schon gar nicht besonders effizient.    

Nun gibt es tatsächlich gute Handwerker die viele verschiedene Dinge für sie tun können. Aber glauben sie wirklich das ein Hausmeisterservice (dieses Gewerbe kann man ohne jegliche Qualifikation anmelden), der gerade noch die Obstbäume beim Nachbarn beschnitten hat, ihr Laminat genau so präzise und schnell wie der Parkettleger von „um die Ecke“ verlegen kann? So lange alles nach Plan läuft, vielleicht. Aber wenn Probleme mit dem Untergrund auftauchen, es knifflige Ecken anzupassen gilt, was dann? Wird es teurer weil er länger braucht, weil die richtigen Werkzeuge und das know how fehlen? Schaut das Ergebnis am Ende doch nicht wie erwartet aus, weil es einfach an jahrelanger Erfahrung mangelt? Und macht es tatsächlich Sinn ganze 3 Jahre mit dem erlernen eines Berufes zu verschwenden, wenn das jeder Hausmeisterservice genauso gut hinbekommt?

Ich für meinen Teil halte es so: Ich biete ihnen nur wenige Leistungen an. Dafür haben sie die Gewähr, dass ich diese zu 100 Prozent beherrsche und zu einem fairen Preis ausführen kann. Auf unliebsame Überraschungen müssen sie dann allerdings auch verzichten.

 

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