Der Maler, dass unbekannte Wesen – nicht nur in Nürnberg

Maler-Farbgestaltung-Nürnberg-Fürth-Erlangen

Bitte haben Sie Verständnis: Ihr Maler findet in diesem Internet nicht statt

Kürzlich surfte ich durch die Seiten der Maler- und Lackierer-Innung Nürnberg, wo man fein und säuberlich einem alphabetischen Ordnungssystem folgend, die Kontaktdaten von 110 Mitgliedsbetrieben gelistet hat. 110. Ich habe sie gezählt.

Während über eine Anschrift und Telefon glücklicherweise jedes Mitglied verfügt, schaut es bei einer E-Mail Adresse schon etwas schlechter aus. Richtig mager wird es, wenn man nach Handwerkern mit eigener Homepage sucht. Von 110 Mitgliedern verfügen lediglich 44 über eine eigene Internetpräsenz.

Sicher kann man unterstellen, dass der ein oder andere Maler und Lackierer es lediglich versäumte, seine Domain hier publik zu machen. Das dürften allerdings nur wenige sein. Denn wer erst einmal verstanden hat, welch großartiges Potential in einem regelmäßig gepflegten Internetauftritt steckt, dem ist auch klar, dass niemand eine Seite besuchen kann, von deren Existenz er nichts weiß.

Es ist schon paradox: da führen die Handwerkskammern eine Imagekampagne nach der anderen, in denen die Mitglieder als innovativ und zukunftsorientiert dargestellt werden. Tatsächlich hat aber nicht einmal die Hälfte einen eigenen Internetauftritt.

Besucht man die Seiten nun stichprobenartig glaubt man bei vielen, in der visuellen Vergangenheit des Internet gelandet zu sein. Eine Zeitreise sozusagen. Seitenlayouts, wie man sie in den frühen 2000ern Jahren kannte. Da wurde oft seit Jahren nichts aktualisiert. Da klickt man sich nicht gerne durch.

Die Dienstleistungen der Maler und Lackierer sind ja nun ausgesprochen visueller Natur. Es wird überklebt und angestrichen, dekoriert und Unschönes kaschiert. Was wäre der zeitgenössische Wohnungsbau ohne die verschönernden Eingriffe des Malers? Betongraue Tristesse. Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet in dieser Branche so viele gar keinen Wert auf eine visuell ansprechende Außenwirkung legen. Schlechte Fotos, unübersichtlich und lieblos zusammenstellte Firmenpräsentationen im Internet. Die Frage wird sich der ein oder andere Besucher sicher stellen:  Arbeiten die auch so, wie sie sich nach außen darstellen?

Auch der Informationsgehalt vieler Seiten ist oft mäßig, ja teilweise gar nicht vorhanden. Keinem Interessenten muss man erklären, dass ein Maler Malerarbeiten ausführt. Das wird schlicht erwartet. Natürlich darf ein Leistungsportfolio auf einer Handwerkerseite nicht fehlen. Aber wenn diese Übersicht so ziemlich die einzige Information ist, die man dort entnehmen kann, dann ist das nicht nur mager sondern faktisch inhaltslos.

Natürlich ist dieses Phänomen nicht auf Maler und Lackierer im Raum Nürnberg beschränkt, sondern findet sich nahezu in jedem Gewerk. Und ja! Es gibt viele Handwerker, die über einen tollen Internetauftritt verfügen und diesen regelmäßig pflegen. Über die muss man nicht reden, denn die wissen wie man es richtig macht. Dort schaut man sich gern um und sollten nach dem Seitenstudium noch Fragen unbeantwortet sein, kann man diese gezielt stellen. Das spart beiden Parteien viel Zeit.

Ich kann jedem Handwerker nur dringend raten, sich besser heute als morgen um einen zeitgemäßen Internetauftritt zu kümmern und in Form eines Blogs über Aktuelles zu berichten. Solange die Konkurrenz diesbezüglich noch schläft hat man die wunderbare Chance, sich für die Zukunft einen unglaublichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Denn während die Weitsichtigen ihre stetig aktualisierte Homepage und Social-Media Kanäle bereits etabliert haben, werden die Nachzügler diesen Vorsprung nie mehr aufholen. Wer nichts zu sagen hat, intransparent ist und kein Vertrauen schaffen kann, wird es schon bald schwer am Markt haben.

 

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