Die X-Straße in Weimar

X-Straße-Weimar

Eine kleine Fotoserie aus der Ferdinand-Freiligrath-Straße in meiner Heimatstadt Weimar. Ich mag Architekturdetails. Hier sind mir besonders die Eingangstüren, eingebettet in eine absolut stimmige Farbgebung, aufgefallen.

Ein paar Worte zur Ferdinand-Freiligrath-Straße in Weimar. Die heute sichtbare Bebauung entstand Ende der 1930er Jahre, nachdem große Teile der bereits seit dem 6./7. Jahrhundert besiedelten Weimarer Jakobsvorstadt abgerissen wurden. Im Zuge der gigantischen Umbaumaßnahmen für das Gauforum und die „Halle der Volksgemeinschaft“ wurden insgesamt 139 Häuser mit 462 Wohnungen für 1650 Personen, zahlreiche Läden und Werkstätten abgerissen. Die neue Straßenführung der heutigen Ferdinand-Freiligrath-Straße wurde im völkischen Heimatschutzstil angelegt und vorläufig in  „X-Straße“ benannt. Der neu entstandene Straßenzug diente auch als Ersatzwohnungsbau für einige der vom Abriss betroffenen Bewohner der Jakobsvorstadt.

Natürlich regte sich innerhalb der Weimarer Bevölkerung Widerstand gegen diese gewaltige bauliche Umgestaltung. Insbesondere die seit Generationen ansässigen Handwerker, Händler und Bewohner der Jakobsvorstadt wollten die Zerstörung ihres Quartiers nicht hinnehmen.

Wenn man sich heute alte Aufnahmen der Jakobsvorstadt anschaut, mag man den Verlust der historischen Bausubstanz bedauern. Man darf aber nicht vergessen, dass viele der Bewohner – meine Groß- und Urgroßeltern gehörten dazu – in den neu entstandenen Wohnungen einen vorher nicht gekannten Komfort vorfanden.

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