Fehlgegriffen #1. Farbgestaltung in Nürnberg

Fallbeispiel für eine suboptimale Farbgestaltung im Nürnberger Stadtbild.

Diese Serie setzt sich mit weniger gelungener Farbgestaltung im öffentlichen Raum auseinander. Anhand von realen Beispielen möchte ich aufzeigen, wie wichtig – insbesondere im für alle sichtbaren Außenbereich – eine gut ausbalancierte Farbgestaltung ist.

Weil einfach nur meckern jeder kann, werde ich natürlich auch ein paar Lösungsvorschläge präsentieren. Dabei geht es nicht um eine möglichst ausgefeilte Gestaltungsalternative, vielmehr möchte ich das bereits Vorhandene in seiner Wirkung harmonischer darstellen.

Die Fassade links im Bild ist leider ein gestalterischer Fehlgriff

Die Fassade links im Bild ist leider ein gestalterischer Fehlgriff

Es geht, sie vermuten es bereits, um die Fassade links im Bild. Dieses Haus will sich so gar nicht in die Straßenansicht einfügen, ja wirkt auf mich sogar wie ein Fremdkörper. Hier griff man zu Farbtönen mit viel zu hoher Sättigung. Das Gelbgrün konkurriert mit den roten Elementen um Aufmerksamkeit. Die ist dieser Fassade allerdings sicher. Im negativen Sinne. Unruhig und aufdringlich, ja fast schon aufschneiderisch. Schlecht für das Straßenbild und die Anwohner, die diesem Anblick ausgeliefert sind. Da möchte man nicht tauschen.

Wie hätte man es nun besser machen können?

Auf die weißen Flächen zwischen den Farbexzessen möchte ich nicht weiter eingehen. Das kann man so machen. Eine spürbare Verbesserung wäre bereits, die Sättigung der Farben zu reduzieren, wie sie es im nächsten Bild sehen können. In den weiteren Bildern habe ich unter anderem Farbtöne verwendet, die bereits an den Fassaden gegenüber verwendet wurden. Das schafft einen Bezug.

Beurteilen sie selbst. Im ersten Bild habe ich die Sättigung der Farbtöne reduziert. Bild 2 und 3 zeigt Möglichkeiten auf, wie man die Fassade ins Straßenbild integrieren könnte.

Beurteilen sie selbst. Im ersten Bild habe ich die Sättigung der Farbtöne reduziert. Bild 2 und 3 zeigt Möglichkeiten auf, wie man die Fassade ins Straßenbild integrieren könnte.

Was gibt es sonst noch zu sagen? An der Giebelseite wurden zwei Farbflächen appliziert, die zugleich aufdringlich und verloren wirken. Das gleiche Bild im Hof. Offenbar willkürlich platzierte, ein paar Fenster verbindende, rote Würfel und auch hier fragmentarisch gelbgrün in schreiender Buntheit. Vermutlich eine Sparvariante, denn aufwendige Gestaltungen kosten in der Regel Zeit und somit Geld. In diesem Fall hätte man es besser ganz gelassen.

Giebel- und Hofansicht

Giebel- und Hofansicht

Handwerklich wurde sauber gearbeitet. Wenn die ausführende Firma nichts mit der Farbgestaltung (dem Konzept) zu tun hatte, kann man denen keinen Vorwurf machen. Allerdings hätte man spätestens nach dem Anlegen einer Musterachse – nicht nur bei Objekten dieser Größenordnung durchaus üblich – intervenieren und in der Konsequenz reagieren müssen!

Bei ihnen steht eine Fassadenrenovierung an und sie möchten ihr Bauwerk harmonisch ins Straßenbild integriert wissen? Rufen sie mich an. Auch für ihr Objekt entwickeln wir gemeinsam eine ausgewogene Farbgestaltung, die ihr Gebäude perfekt in die Umgebung eingliedert.

 

 

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