Fassaden in Nürnberg – Mit etwas Farbe viel erreicht

Adieu Tristesse. Schon mit wenig Farbe viel gewonnen.

Jedes Mal wenn ich an den „HDI-Türmen“ vorbei muss – was wahrlich häufig vorkommt – bin ich erstaunt, wie viel Tristesse man mit einem Gebäude ausstrahlen kann. Besonders an trüben Tagen wirkt die Szenerie wie ein Schwarzweißfoto, ganz so als hätte man alle Farben eliminiert. Achten Sie mal darauf!

Ich habe mir mal den Spaß gemacht, virtuell etwas Farbe an die Fassade der HDI-Türme und das direkt anschließende Mercure-Hotel zu bringen. Konzentriert habe ich mich nur auf die in sich geschlossenen Flächen, die auch am realen Gebäude relativ einfach verändert werden könnten.

Ich habe bewusst Farben gewählt, die ein bisschen mit dem Warm-Kalt-Kontrast spielen, das Nahe und das Ferne suggerieren und die Gebäude in Ihrer Massivität etwas auflockern, aber nicht auseinanderfallen lassen.

Dem dritten und letzten Gebäude in der Reihe, der Fassade der Technischen Hochschule, habe ich einen erdigen Farbton gegeben, der dem Baukörper – im Gegensatz zur heute weißen Fassade – visuell Gewicht und Masse verleiht. Ein solcher Farbton wirkt nämlich dem derzeitigen Eindruck entgegen, dass die gesamte Bebauung jeden Moment in Richtung Bahnunterführung wegrutschen könnte.

Natürlich wird dort niemand etwas ändern und eventuell ist es auch gar nicht gewollt, dass man den Sitz einer Versicherung mit einem positiven Gefühl betritt. Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass bei der Planung nicht nur die Funktionalität des Gebäudes eine Rolle spielt, sondern auch an all die Menschen gedacht wird, die in den nächsten Jahrzehnte mit diesem Anblick Leben müssen.

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