Naturfarben! Alles öko oder was?

Lecker

Naturfarben werden aus natürlichen Rohstoffen hergestellt.

Bei der Holzoberflächenbehandlung werden nachwachsende pflanzliche Öle und Harze und in Wandfarben beispielsweise pflanzliche und tierische Leime als Bindemittel eingesetzt. Auf Lösemittel wird weitgehend verzichtet. Wo dies nicht möglich ist, greift man auf natürliche (z.B. Orangenschalenöl, Balsamterpentinöl) zurück. Gern bezeichnen Naturfarbenhersteller dies als Pflanzenchemie. Nicht zuletzt, um sich von der petrochemischen Industrie abzugrenzen, die einzig auf den Verbrauch fossiler Rohstoffe zu setzten scheint.

Des Weiteren werden Füllstoffe, Erd- und Mineralpigmente aus natürlichen Vorkommen eingesetzt.

Viele dieser Inhaltsstoffe werden seit Jahrtausenden von Menschen verwendet, und sind uns damit vertraut und unbedenklich. Das ist ein durchaus gewichtiger Aspekt. Stellte sich doch bei zahlreichen Baumaterialien erst nach jahrzehntelanger, bedenkenloser Verarbeitung deren Gefährlichkeit heraus (Asbest, PCP, Formaldehyd, etc.).

Farbtonschwankungen der Rohstoffe sind dabei ganz natürlich, was allerdings der gleichbleibend hohen Qualität der Produkte keinerlei Abbruch tut. Je nach Abbauort und -tiefe ändern sich Farbnuancen von Kalk, Kreiden und Pigmenten. Alles ganz normal. Die Natur schert sich nun mal nicht um DIN Normen.

Sehr hilfreich für Allergiker ist die vollständige Deklaration der Naturfarben, also die Angabe aller Inhaltsstoffe. Das ist freiwillig, man hat nichts zu verbergen. Suchen sie diese Angaben mal auf einem „herkömmlichen“ Farbeimer. Dort erfahren sie höchstens werbewirksam was nicht enthalten ist (z.B. Lösungsmittel). Welche der mehreren tausend möglichen Farbchemikalien nun aber im konventionellen Produkt enthalten sind, bleibt selbst bei gezielter Nachfrage geheim.

Ich weiß ja nicht wie sie das sehen, mir zumindest ist es schon wichtig zu wissen, was ich verarbeite und welchen Einfluss ein Produkt auf Gesundheit und Umwelt hat.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Zum Beispiel das Naturfarben ein gesundes Raumklima schaffen und frei von giftigen Ausdünstungen sind. Die Dampfdiffusionsoffenheit (der Volksmund nennt es „Atmungsaktivität“) des Untergrundes bleibt weitgehend erhalten, und im Gegensatz zu Dispersionsfarben schaffen Naturfarbenanstriche eine antistatische Oberfläche.

Sie finden das klingt irgendwie lecker und haben Lust bekommen, ihre nächste Renovierung mit Naturfarben ausführen zu lassen? Oder möchten sie lieber in einem Malerworkshop erlernen, wie man Naturfarben richtig verarbeitet? Wie auch immer, ich freue mich auf ihren Anruf.

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