Trendfarben

"Schöner Wohnen" mit Trendfarben?

„Schöner Wohnen“ mit Trendfarben?

Trendfarben: unverzichtbares Wohnaccessoire oder doch nur schnöder Konsummotivator?

Mit Trendfarben ist das so eine Sache. Einerseits sind sie trendig – klar, sonst würden sie nicht so heißen – und spiegeln den Zeitgeist wieder. Andererseits sind sie schon im nächsten Jahr nicht mehr trendig genug. Dann nämlich halten die Farbenhersteller bereits eine neue Farbpalette für sie bereit.

Nun ist es mitnichten so, dass man stetig neue Farbtöne für sie erfindet. Wenn die zum Trend erhobenen Farben nicht im hauseigenen Farbtonfächer von Hersteller XY zu finden sind, so tauchen sie in einem der unzähligen Farbpaletten eines anderen Herstellers auf. Diese Töne sind also in der Regel nicht neu, sondern werden lediglich mit anderen zu einer „neuen“ Palette gruppiert.

Wie wird ein Farbton nun zum Trend?

Regelmäßig treffen sich Trendforscher, Designer, Vertreter aus Handel und Industrie, um sich auf Farbtöne zu einigen, die sie in ein paar Jahren in den Regalen des Einzelhandels finden. Logisch das nicht jeder Hersteller sein eigenes Farbsüppchen kochen kann. Das wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll und ein Trend natürlich nicht erkennbar. Nun fragen sie sich, warum sie jährlich mit neuen Trendfarben beglückt werden? Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass dadurch beim (trendbewussten) Konsumenten stetig neue Kaufanreize geschaffen werden sollen.

Verstehen sie mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen Trendfarben. Im Gegenteil, sie können eine Inspirationsquelle sein, denn schließlich verstehen die Verantwortlichen ihr Handwerk. Es spricht auch nichts dagegen einzelne Wänden mit aktuellen (also bis zum nächsten Jahr gültigen) Trendfarben zu streichen, solange sie zum Raum und zum Nutzer passen.

Oben im Bild sehen sie die – zweifellos gut vermarkteten – „Schöner Wohnen“ Trendfarben für dieses Jahr, die in gut sortierten Heimwerkermärkten auf ihre Abholung warten. Nett anzuschauen, insbesondere wenn man die ausgelegten Prospekte zum Produkt durchblättert. Da bekommt man sicher Lust auf eine „Frozen“-farbige Küche oder das Sideboard vor einer mit „Amarena“, vielleicht auch „Mandarino“, bestrichenen Wand zu platzieren. Doch Vorsicht! Was im Prospekt so überzeugend aussieht, kann in ihrer Wohnung zum visuellen Albtraum mutieren. Damit eine kräftig getönte Wand nicht wie ein Fremdkörper in einem sonst weißen Raum anmutet, gilt es so einiges zu beachten. Da man sie vielerorts zu einem Blick durch unverhüllte Wohnzimmerfenster einlädt, können sie sich selbst überzeugen, wie häufig der unbekümmerte Farbeinsatz schief geht. Wie gesagt: richtig eingesetzt, geht da schon was!

Dringend abraten möchte ich aber davon, Bauteile – die sie nicht ohne Weiteres überstreichen oder austauschen können – mit einem gerade angesagten Farbton beschichten bzw. verbauen zu lassen. Beispielhaft seien hier Kunststofffenster, Fliesen und Bodenbeläge genannt. Auch Fassadenfarben und -verkleidungen gehören dazu. Diese sind allerdings ohnehin nicht für Farbexperimente zum Zwecke der Selbstverwirklichung und Individualisierung geeignet. Aber das ist ein anderes Thema.

Sie finden eine oder mehrere aktuelle Trendfarben passen perfekt in ihre Wohnung? Dann sollten wir uns die Sache einmal gemeinsam anschauen. Garantiert finden wir eine Gestaltungslösung, die zu ihnen und ihrem Objekt passt und auch über das obligatorische Jahr „up to date“ ist.

 

 

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