Weihnachten sind wir drin.

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Alljährlich die gleichen Dramen. Kinder sitzen enttäuscht auf Umzugskartons neben lustlos dekorierten Weihnachtsbäumen, in Wohnungen die längst gekündigt sind. Eigentlich hat man ihnen etwas anderes versprochen. Weihnachten – natürlich – im neuen Haus. Die Schuldfrage beantwortet sich jeder anders. Für den Architekt waren es die Bauherren, die ständig etwas zu ändern hatten. Für die Bauherren sind die Handwerker schuld, die sich nicht an Absprachen hielten. Und für die Handwerker war es die Witterung, die nicht so richtig passen wollte. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Den Weihnachtseinzugswunsch – denn es ist nichts als ein reiner Wunsch, ein Traum, ein Wunschtraum – können sie in der Regel aus einem einzigen Grund begraben: ALLE wollen Weihnachten im neuen Haus verbringen. Und da ein Handwerker sich nicht zerteilen kann, bleiben halt viele auf der Strecke.

Ich habe es noch nie verstanden, wieso man sich kollektiv auf diesen einen Termin fixiert. Noch nie hörte ich: „Aschermittwoch ziehen wir ein“, „zu Himmelfahrt sind wir drin“ oder „am Tag der deutschen Einheit…“ Niemals! Immer ist es Weihnachten. Dabei stellt sich mir sofort die Frage, wie man sich das erste Fest im neuen Heim denn vorstellt? Spielen in den Tagträumereien der Eigentümer unausgepackte Umzugskartons, fehlende Sockelleisten oder die Couch, die nicht mehr rechtzeitig geliefert werden konnte eine Rolle? Irgendwas ist ja immer.

Handwerkers Freund

Wie landet man nun auf der Prioritätenliste derHandwerker ganz oben? Faire Preise auszuhandeln und Abschlagszahlungen pünktlich zu begleichen, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ist es aber oftmals nicht! Hier können sie Punkten. Sie sollten realistische Fertigstellungstermine setzen und regelmäßig an Bauberatungen mit allen beteiligten Handwerkern teilnehmen. So können sie frühzeitig Problemlösungen finden. Bringen sie hin und wieder einen Kaffee, ein Stück Kuchen oder im Hochsommer ein paar kühle alkoholfreie Getränke auf die Baustelle. Das kostet nicht viel, hält aber die Jungs bei Laune.

Damals. Ja, damals!

Übrigens gab es eine Zeit, da zog man ein, wenn das Haus fertig oder zumindest ausgetrocknet war. Heute lebt man bis zur zweiten Heizperiode mit einer Raumluftfeuchte die weder gesund für Mensch noch gut für das Mobiliar ist. Den muffigen Geruch, der sich in Teppichen, Matratzen und Möbeln festsetzt, bekommen sie über Jahre nicht aus dem Haus. Geben sie Ihrem Bau also genügend Zeit zum Austrocknen. All das mit den Baustoffen – vom Mörtel über den Putz bis hin zur Wandfarbe – eingetragene Wasser muss wieder raus. Das braucht eben seine Zeit, und der oft noch viel zu hohen Baufeuchte ist ihr im Frühjahr festgelegter Einzugstermin völlig wurscht. In diesem Sinne: Frohes Fest.

 

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